Erdkröte (Bufo bufo)
Allgemeines:
Männliche Erdkröten können bis zu 9 cm lang werden, während die Weibchen eine Länge von bis zu 12 cm erreichen können. Jungkröten sind im ersten Lebensjahr tagaktiv, danach nachtaktiv. Ihre Geschlechtsreife erreichen sie nach 2-4 Jahren. Erdkröten können ein Alter von bis zu 40 Jahren erreichen.
Im Frühjahr begeben sie sich auf Laichwanderung. Dabei können die Kröten Entfernungen bis zu 3 km zurücklegen. Währenddessen erfolgt die Paarung (Weibchen nehmen die Männchen huckepack). Im Laichgebiet angekommen erfolgt die Eiablage von etwa 3.000-8.000 Eiern. Danach kehren sie zu ihren Sommerrevieren zurück, bis sie sich zur Überwinterung im Boden eingraben.
Die Entwicklungszeit der Kaulquappen beträgt 2-3 Monate. Währenddessen laufen verschiedene, hormongesteuerte Umwandlungsprozesse ab, wie:
- • Umstellung von Kiemen- auf Lungenatmung
- • Rückbildung des Schwanzes
- • Ausbildung von Beinen
Nach der vollendeten Verwandlung verlassen die zentimetergroßen Jungkröten das Laichgewässer in Scharen ("Krötenregen").
Lebensraum:
Die Erdkröte bewohnt eine große Variation von Lebensräumen. So findet man sie von Wäldern, über halboffene Wiesenlandschaften bis in Gärten und Parks. Dabei bevorzugt sie abwechslungsreiche Landschaften am meisten. Auch in Dörfern und kleinen Städten kann man sie finden. Allerdings müssen im Lebensraum der Kröte passende Laichgewässer vorhanden sein, am liebsten kleine Teiche oder Seen.
Nahrung:
Kaulquappen nehmen vorwiegend pflanzliche Nahrung zu sich. Die erwachsenen Kröten fressen Regenwürmer, Asseln, Nacktschnecken, Spinnen, Käfer und andere Insekten.
Vorkommen (regional):
In nahezu ganz Europa verbreitet. In Deutschland beinahe flächendeckend von den Küsten bis in die Almregion der Alpen. Auch in Hessen kann man die Erdkröte beinah überall finden, wo sich ihr ein passender Lebensraum bietet.
Gefährdung:
Die größten Gefahren für die Erdkröte stellt die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume und Laichgebiete dar. Vor allem Straßen stellen ein tödliches Hindernis dar, da bereits ab einer Verkehrsdichte von 60 Autos pro Stunde 90 Prozent der überquerenden Kröten überfahren werden. Dies geschieht vor Allem durch den Bau von Straßen und das damit verbundene erhöhte Verkehrsaufkommen. Außerdem stellt der Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft ein großes Problem dar. Zudem werden viele kleine Teiche und Tümpel, wie sie als bevorzugte Laichgewässer von der Erdkröte genutzt werden.
Schutz:
Als wichtigste Maßnahme müssen die Lebensräume der Kröte erhalten bleiben, zum Beispiel kleine Tümpel in Sandgruben, außerdem sollte man bodenversiegelnde Maßnahmen vermeiden. Am Wichtigsten ist allerdings der Schutz der Krötenwanderungen, sei es durch die Sperrung von Straßen während der Wanderungsperioden im Frühjahr, oder durch die Errichtung von dauerhaften Krötentunneln und Amphibienschutzzäunen.
Besonderheiten:
Giftstoffe:
Die Hautdrüsen der Kröten produzieren Sekrete, die zur Abwehr von Fressfeinden und als Schutz vor Befall der Haut durch Mikroorganismen dienen.
Sie enthalten unter anderem Bufadienolide, die ähnlich dem Digitalisgift des Fingerhuts zu einer Steigerung der Kontraktionskraft des Herzens und einer Verminderung der Herzfrequenz führen. Sowie Bufotenin, ein Halluzinogen mit LSD-ähnlicher Wirkungsweise. Vermehrt kommt das Erdkrötensekret auch in der Homöopathie zum Einsatz. Dort wird es zur Behandlung von Angina pectoris, Furunkelbildung und Periodenkrämpfen angewendet.
Schwangerschaftstest
Die Galli-Mainini-Reaktion war bis ins 20. Jahrhundert die sicherste Methode zum Schwangerschaftsnachweis. Dazu wurde der Urin schwangerer Frauen einer männlichen Erdkröte in den Lymphsack des Rückens eingespritzt. Wenn die Frau schwanger ist, lösen die Schwangerschaftshormone ein Balzverhalten der Kröte aus.

